Der Geschäftsführer des Konviktsvereins, Ephorus Dr. Volker Jastrzembski würdigt Martin Gutzeit:
"Martin Gutzeit bleibt eine bedeutende Person für das Konvikt und die Evangelische Kirche. Seine Scharfsinnigkeit und sein Mut sind Leitbilder auch für heutige Studierende. Seine politischen Analysen im Vorfeld der Gründung der Sozialdemokratischen Partei der DDR unterstreichen die Notwendigkeit, dass Kirche politisch aufmerksam bleibt und gesellschaftliche Entwicklungen kritisch begleitet. Gerade jetzt steht es Kirche gut an, sichtbar für Menschenrechte und Demokratie einzutreten.
Aus seinem Einsatz für Freiheit und Demokratie erwächst für das Konvikt die Verpflichtung, sich kontinuierlich weiter für die Rechte von Menschen einzusetzen, die gesellschaftlich angefeindet werden: Menschenverachtende Ideologien und Verhaltensweisen wie Sexismus, Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Queerfeindlichkeit haben auf der Basis des Erbes der Friedlichen Revolution in unserem Haus keinen Platz.
Ich bin dankbar, dass ich Martin Gutzeit persönlich mehrfach begegnen durfte. Besonders eindrücklich war die Veranstaltung im Jahr 2019 zur Erinnerung an das 35-jährige Jubiläum der SDP-Gründung in unserem Haus. Das Sprachenkonvikt, so wird man sagen können, war einer der »think-tanks« der Friedlichen Revolution, nicht zuletzt wegen des Engagements von Martin Gutzeit und seiner Mitstreiter:innen."
Martin Gutzeit, geboren 1952 in Cottbus, studierte nach einer Lehre zum Elektromonteur und dem Abitur auf der Abendschule von 1972 bis zu seinem kirchlichen Examen 1979 am Sprachenkonvikt der Ev. Kirche Berlin-Brandenburg. Hier lerne er unter anderem Markus Meckel kennen. Gemeinsam mit ihm und weiteren Mitstreiter:innen gründete er 1989 die Sozialdemokratische Partei der DDR (SDP). Von 1992 bis 2017 war er Landesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR in Berlin. Er verstarb am 15. September 2026 im Alter von 74 Jahren.